Dienstag, 10. April 2012

Ostermontag in der Toskana – lunedì di pasqua

Der Lammbraten, frisch vom Fleischer Cecotti aus Lari, wird mit Knoblauch und frischem Rosmarin aus dem Garten gespickt. Es ist ein herrlicher Sonnentag. Die Kinder spielen bereits draussen und ich entdecke die ersten Rosenknospen und auch der Zitronenbaum wird bald blühen. Ein Bäumchen hat den Winter, l`inverno der ungewöhnlich schneereich war, nicht überlebt. Auch die großen Pinien hier in der Gegend haben alle auf einer Seite, wo der scharfe Nordostwind Tramontana ihnen zugestezt hat, braune Nadeln. Nachbars herrlicher Orangenbaum hat ebenfalls das Zeitliche gesegnet. Die letzten schönen Fotos habe ich von ihm mit dicken Schneehäubchen gemacht. Das war im Januar. Fünf Tage unverhoffte Ferien, keine Schule, einen Tag davon wie in alten Zeiten ohne Strom, Gas und Heizung, die Familie bei Feuerschein und Kerzenlicht am warmen Ofen versammelt, kein Fernseher, keine Psp, kein Telefon und allerdings auch für 8 Stunden kein Wasser. Aber aufgetauter Schnee aus dem Garten tat es auch... Doch das sind angesichts strahlender Sonne nur noch schöne Geschichten.

Heute geht es ans Meer. Mal schauen was unser Wohnwagen macht und endlich mal wieder im Sand ausstrecken und den Wellen lauschen.
Jetzt wo die Hügel so herrlich grün sind ist die Fahrt besonders schön.


Das Meer, il mare, ist eine halbe Stunde entfernt aber unser Strand und Campingplatz, il campeggio, liegen in Marina di Bibbona und wir brauchen circa 45 Minuten durch die sanften Hügel der Toskana, le colline della Toscana. Die Rapsfelder blühen, ein Olivenhain sieht aus als ob er darin versinken würde, auf den Feldern wächst das Korn. Nur die Eukalyptusbäume, an denen ich mich sonst bediene, um Hustentee herzustellen, sehen jämmerlich aus. Der Schnee, la neve, scheint auch ihnen nicht bekommen zu sein.
Am Straßenrand werden frisches Gemüse und die ersten Erdbeeren verkauft.
Und dann sind wir endlich da! Unser Wohnwagen, noch fest verpackt wie ein Weihnachtspaket, steht 20 m vom Meer entfernt und auf dem Campingplatz sind schon viele der festen Mieter mit dem Aufbauen beschäftigt. Es riecht nach Meer und Pinien. Kaum zu glauben, dass die Saison schon wieder beginnt. So einen sonnigen Winter wie dieses Jahr (mit dem Preis, dass unsere Therme austrocknet) nimmt man fast gar nicht als Winter wahr.
Auf an den Strand in meine Lieblingsbar.


Im warmen Sand ausstrecken und lauschen, dem Meer, den lärmenden Kindern, den Möwen. So lasse ich mir den Ausklang des Osterfestes gefallen..
Übrigens: In jedem Text befinden sich einige blau unterlegte Wörter = spielend leicht nebenbei ein paar Wörter italienisch lernen!



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